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Einsam bist du nicht allein
"Die Eremiten, die ich persönlich kenne, leben in der Tat sehr verschieden: mitten in Berlin oder auf einer Almhütte, in einem leerstehenden Pfarrhaus oder in einem Baukontainer. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie mit Handarbeit, als Messner oder als Übersetzer. Es gibt Eremiten im Habit und in Jeans; solche, deren Lebensform in ihrer Gemeinde und darüber hinaus bekannt ist, und solche, die ganz inkognito leben. Und doch haben diese Eremiten eines gemeinsam." Prof. Schlosser (5) (Auszug pdf).
"Eremitisches Leben findet zwar soziologisch am Rande der Gesellschaft und der Kirche statt, aber in seiner Gottverbundenheit und tiefen Solidarität mit den anderen immer im spirituellen Zentrum der Glaubensgemeinschaft ... Diese Solidarität mit der Glaubensgemeinschaft und der Gesellschaft, ja der ganzen Schöpfung, drückt sich für den Eremiten zuerst und zutiefst im Gebet aus. Sein Gebet ist stellvertretendes Gebet ... Der Höhepunkt im geistlichen Leben des Eremiten wie auch in seiner Verbundenheit mit der Kirche ist die Feier der Eucharistie ... Ist bei dieser tiefen Verbundenheit der Eremiten mit Gott und der Welt noch verwunderlich, dass sie immer wieder von Menschen als Ratgeber geschätzt und aufgesucht werden? Eremiten und Eremitinnen sind häufig nicht nur einfühlsame Gesprächspartner, sondern können sogar zu geistlichen Therapeuten werden. Eines darf dabei freilich nicht mit ihnen geschehen: sie dürfen nicht verzweckt werden ... " Bischof Dr. Felix Genn (40)
"Man kann die eremitische Lebensform nur leben, wenn man wirklich in einer ganz persönlichen Beziehung zu Gott, zu Jesus Christus da ist; sonst ist es nicht auszuhalten." Alfons Stroth, Domkapitular (54). "Moderne Eremiten leben seltenst noch in einer Klause irgendwo im Wald ... Sie haben fast immer ein Auto, ein Telefon, einen Computer. Heute gibt es in Deutschland geschätzte 80 Eremiten ... " (55)
Deutschlandradio besucht den Eremiten Schönstatt-Pater Wolfgang Götz » hören » und » lesen »
Eremiten in Deutschland | Die Radiosendung vom 3. August 2011 als Podcast » nachhören »
Sa
19
Mai
2012
Das Opfer des Lobes
An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen. Amen, amen, ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet, das wird er euch in meinem Namen geben. Bis jetzt habt ihr noch nichts in
meinem Namen erbeten. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist. Dies habe ich in verhüllter Rede zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in verhüllter
Rede zu euch spreche, sondern euch offen den Vater verkünden werde.
An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, daß ich von Gott ausgegangen bin. Vom Vater bin ich ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.
Aus dem Evangelium nach Johannes 16, 23b - 28
Kommentar
des heiligen Fulgentius von Ruspe, 467 - 532, Bischof in Nordafrika (33):
Wenn wir unsere Gebete beenden, sprechen wir: „Durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn“ und nicht: „Durch den Heiligen Geist“. Diese Praxis der ganzen Kirche besteht nicht ohne Grund. Sie hat ihre Grundlage in dem Geheimnis, dass der Mensch Jesus Christus der Mittler zwischen Gott und den Menschen ist (1 Tim 2, 5), Priester auf ewig nach der Ordnung des Melchisedech; dass er durch sein eigenes Blut in das Allerheiligste eingetreten ist, nicht in dasjenige, das nur ein Abbild war, sondern in den Himmel, wo er zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt (Hebr 6, 20; 9, 24).
Der Apostel bedenkt das Priestertum Christi und spricht: „Durch ihn also laßt uns Gott allezeit das Opfer des Lobes darbringen, nämlich die Frucht der Lippen, die seinen Namen preisen“ (Hebr 13, 15). Durch ihn nämlich bringen wir das Opfer des Lobes und des Gebets dar, denn sein Tod hat uns versöhnt, während wir vorher Feinde waren (Röm 5, 10). Er wollte sich für uns als Opfer darbringen; so kann durch ihn seitdem unsere Opfergabe in den Augen Gottes angenehm sein. Deshalb belehrt uns der heilige Petrus mit diesen Worten: „Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen“ (1 Petr 2, 5). Aus diesem Grund sprechen wir zu Gott dem Vater: „Durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn.“ - Aus dem Brief 14, 36
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